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  Mobbing
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grafik-zu-text leer Inhaltsübersicht:  
  Informieren Sie sich ausführlich, es gibt viele Arten von Mobbing, genauso aber auch viele Möglichkeiten sich zu wehren. Versuchen Sie am Arbeitsplatz Verbündete zu finden. Auch die Unterstützung von Verwandten, Freunden und Bekannten ist hilfreich. Wichtig ist, dass man sich selbst eine Taktik zur effektiven Gegenwehr erarbeitet. Arbeitgeber sollten bedenken, Mobbing schadet der Firma sehr, nicht nur finanziell, sondern auch ihr Image, wenn das Problem in ihrer Firma öffentlich wird.
     
  Mobbing: Was ist das?  
  Aktion gegen Mobbing - Pro Fairness gegen Mobbing seit 1999  
  Die 45 Handlungen  
  Mobbingangriffe auf der Arbeitsebene  
  Die 4 Phasen  
  Folgen für Betroffene  
  Hotline: 0800-6622445 - www.mobbing-competence-center.de  
     
 
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leer punkt Mobbing: Was ist das?
leer Ein Streit zwischen Kollegen, eine Schikane des Vorgesetzten oder die unverschämte Bemerkung eines Mitarbeiters wird gleich als Mobbing bezeichnet. In einer häufig benutzten Beschreibung heißt es:

  Mobbing ist
punkt eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen,
punkt bei der die angegriffene Person unterlegen ist und
punkt von einer oder mehreren anderen Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird
punkt mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes und
punkt die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt.
 
Diese Definition ist in der Gesellschaft gegen psychosozialen Stress und Mobbing (GpsM) e.V. zusammen mit Heinz Leymann entwickelt worden. Wenn man diese Definition genauer betrachtet, enthält sie mehrere Teile: Zunächst handelt es sich um eine bestimmte Situation in einem festgefügten sozialen Rahmen: Mobbing geschieht im Arbeitsleben.

Das ist sehr wichtig:
Unsere Arbeitskollegen und -kolleginnen können wir uns nicht aussuchen.
Eine Arbeitsgruppe ist fast immer eine vom Betrieb zusammengesetzte "Zwangsgemeinschaft". Man arbeitet nicht zusammen, weil man sich gerne hat, sondern weil man zusammen im Auftrag des Betriebes bestimmte Aufgaben lösen soll. Wer sich in dieser Zwangsgemeinschaft nicht wohl fühlt, kann nicht einfach gehen. Mobbing tritt nur selten in freiwilligen Zusammenschlüssen wie Sportvereinen oder Freizeitclubs auf, ganz einfach deshalb, weil derjenige, der sich nicht akzeptiert fühlt, sich einen anderen Verein oder ein anderes Hobby suchen kann.
Weiterhin unterscheidet die Definition zwei verschiedenen Klassen von Handelnden. Es gibt die unterlegene Einzelperson und die angreifenden Kollegen oder Vorgesetzten. Wichtig ist dabei, dass diese Rollen im Laufe des Mobbing-Prozesses entstehen. In einigen Fällen waren beide Konfliktparteien lange Zeit gleichwertig, bis schließlich eine Seite in dem Dauerkonflikt ihre Bewältigungsmöglichkeiten verlor und in die unterlegene Position kam.
Dann wird in der Definition von einer "konfliktbelasteten Kommunikation" geredet. Im Laufe eines langen Arbeitstages begegnen sich Kollegen an den meisten Arbeitsplätzen häufig und es wird viel kommuniziert - überwiegend fachlich, aber oft auch privat. Es gibt ständig konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz. Herr X ist im Stress und faucht seine Kollegin an: "Können Sie nicht die Tür zumachen oder haben Sie bei sich zu Hause Säcke vor den Türen." Konfliktbelastete Kommunikation kann aber auch ohne Worte geschehen.
Auch wenn ich meinem Kollegen den täglichen Gruß verweigere oder demonstrativ über seinen Kopf hinweg rede, als sei er Luft, ist dies eine konfliktbelastete Kommunikation. Aber ist das schon gleich Mobbing?
 


Zum Mobbing-Geschehen gehört dazu, dass die konfliktbelastete Kommunikation systematisch und während längerer Zeit andauert. Wenn Frau W. ihre Kollegin Frau M. schon seit einer Woche nicht mehr grüßt, ist es mehr als ein normaler Streit. Wenn das seit Monaten so geht, wird Frau M. bereits stark darunter leiden. Wenn nicht nur Frau W., sondern die ganze Arbeitsgruppe, die aus fünf Frauen besteht, aufhört, Frau M. zu grüßen, entsteht bereits ein gewaltiger Druck.

   
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leer punkt Die 45 Handlungen
  Manche der 45 Handlungen sind für sich genommen eher harmlos. Kritik an der Arbeit oder an dem Privatleben kann sehr verletzend sein. Aber eine solche einmalige Verletzung ist noch kein Mobbing - die erdrückende Gewalt entwickeln solche Handlungen erst, wenn sie systematisch ausgeübt werden.
Andere Mobbing-Handlungen sind schon für sich ein massiver Angriff auf die persönliche Würde oder die berufliche Identität. Wenn qualifizierte Ingenieure dazu abkommandiert werden, Akten im Archiv einzusortieren, hat diese einzelne Handlung schon das Ziel, zu verletzen. Mobbing ist es jedoch nur dann, wenn solche degradierenden oder beleidigenden Handlungen systematisch ausgeübt werden. Eine einmalige "Strafaktion" ist noch kein Mobbing.
Leymann hat in seinen Forschungen insgesamt 45 verschiedene solcher Handlungen gefunden und sie in fünf Bereiche aufgeteilt:

  01-11: Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen
  Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten ein, sich zu äußern.
Man wird ständig unterbrochen.
Kollegen schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern.
Anschreien oder lautes Schimpfen.
Ständige Kritik an der Arbeit.
Ständige Kritik am Privatleben.
Telefonterror.
Mündliche Drohungen.
Schriftliche Drohungen.
Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne dass man etwas direkt ausspricht.

  12-16: Angriffe auf die sozialen Beziehungen
  Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen.
Man lässt sich nicht ansprechen.
Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen.
Den Arbeitskollegen/innen wird verboten, den/die Betroffenen anzusprechen.
Man wird "wie Luft" behandelt.

  17-31: Auswirkungen auf das soziale Ansehen
  Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
Man verbreitet Gerüchte.
Man macht jemanden lächerlich.
Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen.
Man macht sich über eine Behinderung lustig.
Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
Man greift die politische oder religiöse Einstellung an.
Man macht sich über das Privatleben lustig.
Man macht sich über die Nationalität lustig.
Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher oder kränkender Weise.
Man stellt die Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage.
Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach.
Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote.

  32-38: Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
  Man weist dem Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu.
Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so daß er sich nicht einmal selbst
Aufgaben ausdenken kann.
Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben.
Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können.
Man gibt ihm ständig neue Aufgaben.
Man gibt ihm "kränkende" Arbeitsaufgaben.
Man gibt dem Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn zu diskreditieren.

  39-45: Angriffe auf die Gesundheit
leer Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten.
Androhung körperlicher Gewalt.
Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemandem einen "Denkzettel" zu verpassen.
Körperliche Misshandlung.
Man verursacht Kosten für den/die Betroffene, um ihm/ihr zu schaden.
Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des/der Betroffenen an.
Sexuelle Handgreiflichkeiten.
   
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leer punkt Mobbingangriffe auf der Arbeitsebene
 
Fachliches Ansehen Kritik an Leistung, Kompetenz, Loyalität
  "Es wird versucht, meine Arbeit zu untergraben, mir Fehler nachzuweisen!"
"Ich werde bei oder von Vorgesetzten schlechtgemacht und angeschwärzt!"
"Alles, was ich sage und tue, wird abgewertet und kritisiert!"
  Arbeitsbereiche willkürliche Eingriffe, Verschlechterung, Behinderung
  "Wichtige Informationen werden mir vorenthalten!"
"Ich werde an meiner Arbeitsdurchführung gehindert!"
"Mir werden nur noch die undankbaren Arbeitet zugeteilt!"
"Ich werde durch Arbeitsentzug kalt gestellt!"
"Ich werde durch Mehrarbeit ständig überfordert!"
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leer punkt Die 4 Phasen
  Die Phasen - der Ablauf - eines Mobbing-Prozesses
 
Ein Konflikt entsteht
  Am Anfang eines jeden Mobbing-Prozesses steht ein Konflikt. Daraus muß keinesfalls Mobbing entstehen. Es sind verschiedene Wege denkbar, wie der Konflikt gelöst wird. Vielleicht finden die Beteiligten eine einvernehmliche Lösung oder es entsteht ein Machtkampf, in dem eine Partei gewinnt. Mobbing kann entstehen, wenn der Konflikt nicht lösbar ist, sich aber auch niemand um die Bearbeitung des Konflikts kümmert? Im Laufe der Entwicklung hin zu Mobbing tritt der ursprüngliche Konflikt immer mehr in den Hintergrund. Aus dem sachlichen Konflikt wird eine persönliche Auseinandersetzung.

  Der Psychoterror beginnt
  Nun ist es die Person des Betroffenen selbst, die zur Zielscheibe wird. Die Beteiligten denken sich Handlungen aus, um ihr zu schaden. Die Kommunikation wird eingestellt, die Arbeit wird ihr erschwert, es werden Gerüchte verbreitet, usw.
In dieser zweiten Phase des Mobbing-Prozesses passieren erschreckende Veränderungen. Innerhalb kurzer Zeit wird aus einer beliebten und geachteten Kollegin eine totale Außenseiterin, mit der niemand etwas zu tun haben will. Auch die Betroffenen verändern sich stark: Sie werden mürrisch, unfreundlich, misstrauisch, vielleicht sogar pampig oder aggressiv. Andere leiden eher still und wirken den ganzen Tag bedrückt. Diese Reaktionen sind ganz normale Reaktionen, wenn sie direkt nach einem Konflikt auftreten.
Aufgrund des systematischen und über längere Zeit andauernden Mobbings werden diese Verhaltensweisen zu typischen Reaktionen des Betroffenen. Hier tritt bereits die erste und sehr bedeutsame Störung zwischen ihm und seinem sozialen Umfeld ein. Der von Mobbing-Betroffene ist nicht mehr in der Lage, Kontakt zu anderen Menschen in seinem Arbeitsbereich aufzunehmen. Um wieder "normal" zu werden, bräuchte er Sicherheit, soziale Unterstützung und einen Vertrauensvorschuss. Tatsächlich ziehen sich aber auch unbeteiligte Kollegen von ihm zurück, weil er sich durch das Mobbing bereits verändert hat und "anders" wirkt. Am Ende der zweiten Mobbing-Phase sind seine Chancen, allein aus dem Prozess wieder herauszukommen, schon sehr stark gesunken.

  Erste arbeitsrechtliche Maßnahmen beginnen
  Auf die Demütigungen und Mobbing-Handlungen am Arbeitsplatz folgen häufig arbeitsrechtliche Maßnahmen des Arbeitgebers. Der von Mobbing-Betroffene ist zu einem Problemmitarbeiter geworden: Er ist häufig unkonzentriert, es unterlaufen ihm Fehler und er hat aufgrund der psychosomatischen Beschwerden zu viele Fehltage. Der Vorgesetzte, auch wenn er bislang neutral war, ist nun gezwungen, zu reagieren. Er wird das aufgetretene Fehlverhalten rügen und im Wiederholungsfall auch abmahnen.
Oft ist der Anlass für Abmahnungen und Versetzungen ein völlig harmloser Vorfall, wie er täglich im Arbeitsleben passiert. Dies ist auch verständlich, denn der Anlass ist tatsächlich nebensächlich: Dem Vorgesetzten und der Personalabteilung geht es ja auch nur darum, in einem "Fall", mit dem sie nicht klarkommen, endlich Fakten zu schaffen, um den Betroffenen loszuwerden.
Die vielen Ungerechtigkeiten, die in dieser Mobbing-Phase geschehen, sind so haarsträubend, daß sie fast unglaubwürdig erscheinen. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat, und auch der Umgang zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist vielfältig rechtlich geregelt. Allerdings ist das Rechtssystem ein starres, auf Normen beruhendes System, und für so schwierige und vielschichtige soziale Problemsituationen wie Mobbing ist eine Klärung durch das Arbeitsrecht nicht zu erwarten. Viele Mobbing-Handlungen sind überhaupt nicht in einem Arbeitsgerichtsprozeß ansprechbar, weil sie entweder nicht beweisbar sind oder nicht als Beleidigung oder Verleumdung im Sinne des Strafgesetzbuches gelten.
Die weitere unangenehme Folge für den Betroffenen ist, dass er aufgrund der arbeitsrechtlichen Maßnahmen zu einem "offiziellen" Fall im Betrieb wird. Wer es bis dahin noch nicht gemerkt hat, was los ist, wird spätestens jetzt wissen, dass mit dem Betroffenen "etwas nicht stimmt". Sein beschädigter Ruf verfolgt ihn überall hin. Auch eine Versetzung bedeutet für ihn keinen Neuanfang mehr. Die neuen Kollegen wissen bereits, dass ihnen da jemand "untergeschoben" werden soll, der schwierig ist und über den schon viele Gerüchte im Umlauf sind.

  Das Arbeitsverhältnis wird zwangsweise beendet
leer Fortgeschrittene Mobbing-Fälle enden fast immer mit einem Ausschluss aus dem Arbeitsleben. Entweder kündigen die Betroffenen selbst, weil sie es nicht mehr aushalten, oder sie werden vom Arbeitgeber unter einem Vorwand gekündigt. Andere willigen unter dem großen Druck in einen Auflösungsvertrag ein.
Ein Teil der Mobbing-Betroffenen leiden unter so starken psychosomatischen Krankheiten, dass sie auf Dauer krankgeschrieben werden und schließlich Erwerbsunfähigkeits-Rente erhalten.
Ein Wiedereinstieg in den Beruf ist für fast alle Betroffenen kaum möglich, weil sie durch den Mobbing-Prozeß so stark körperlich und seelisch geschädigt worden sind, dass sie den Belastungen des Arbeitslebens nicht mehr standhalten - ganz abgesehen davon, dass sie mit diesem Ruf in ihrem bisherigen Beruf keine Anstellung mehr bekommen. Denn natürlich telefonieren Personalsachbearbeiter mit dem vorherigen Arbeitgeber, wenn ein Bewerber mit unklaren Zeugnissen oder einem Auflösungsvertrag zu ihnen kommt.
   
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leer punkt Folgen für Betroffene
  Die über Monate und Jahren andauernden Feindseligkeiten der Mobber und Mobberinnen führen bei den Gemobbten zu verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden. So kommt es dann zu gesundheitlichen Störungen und Beschwerden, die bei den Betroffenen - auch in der Anfangsphase des Mobbing - auftreten können:
    punkt Schlafstörungen
    punkt Migräne und Spannungskopfschmerzen
    punkt Schweißausbrüche
    punkt Kreislaufprobleme
    punkt Herzbeschwerden
    punkt Magen- und Gallenbeschwerden
    punkt Ohrensausen
    punkt Erschöpfungszustände
  leer punkt allgemeine Störungen des vegetativen Nervensystems
 
Die häufigsten psychischen Beschwerden von Mobbing-Opfern:

    punkt Konzentrationsprobleme
    punkt Selbstzweifel
    punkt Unsicherheit
    punkt Depressionen
    punkt Antriebslosigkeit
    punkt Weinkrämpfe
    punkt Gefühle der Verzweiflung
    punkt Selbsttötungsgedanken
    punkt paranoide Zustände
    punkt Verfolgungswahn
    punkt Übersensibilität
    punkt aggressive Stimmung
    punkt Hektik
    punkt Rastlosigkeit
leer   punkt Albträume
   
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leer punkt ..in eigener Sache:
leer Wenn auch die oben angeführten Erklärungen für Sie hilfreich und informativ sind, so können diese den fachlichen Rat eines Spezialisten nicht ersetzen. Sprechen Sie bitte als Betroffene(r) mit einem Arzt Ihres Vertrauens oder besuchen Sie einer der Kontaktstellen, die Sie hier finden.
 

Harald Fester (2012)

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