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  Emil August Fester (1877-1964)
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grafik-zu-text leer Die Frankfurter "Neue Presse" berichtet am 14.12.1957
  Mit ganz Frankfurt verwandt.
  Zum 80. Geburtstag von Emil A. Fester
vom "Altstadtvater" Fried Lübbecke (1883-1965)
 

Wenn ich in dem Urkundenschrein des Hauses zum Fürsteneck - einem schlichten Pappkarton, der leider mit dem Stadtarchiv am 29.01.1944 verbrannte - die alten Pergamente durchblätterte, die seit 1362 fast lückenlos die Geschichte des Hauses in Kauf- und Insatzbriefen bewahrte, begegnete ich auch dem Namen des Handelsmannes und jüngeren Bürgermeister Markus Fester, der um 1710 die Tochter Maria Susanne des Frankfurter Apothekers Soltwedel (Salzwedel) zum Schwanen ins Fürsteneck heimführte. Sie schenkte ihm als einziges Kind die Tochter Anna Maria und starb bereits 1729. Diese Tochter heiratete den französischen Hoffriseur des Fürsten Anselm Franz von Thurn und Taxis, Sylvester Renaux. Markus Fester starb 1751 und fand in der Frankfurter Katharinenkirche unter einem leider 1944 zerstörten Marmordenkmal sein Grab. Bürgermeister Markus Fester war ein Enkel des aus Husum stammenden Hans Fester, der 1638 von Lübeck nach Frankfurt einwanderte, hier die Firma Fester und Cuipper gründete und in erster Ehe Johanna Katharina Zang heiratete.
Der Jubilar Emil A. Fester stammt von einem jüngeren Bruder dieses Frankfurter Bürgermeisters, von dem Lohgerbermeister Johann Peter Fester ab, den seine Wanderschaft nach Königsberg verschlug. Sein Sohn Michael Carl Friedrich Fester (1742 - 1789) kehrte als Kupferschmiedemeister nach Frankfurt zurück und heiratete in zweiter Ehe die Tochter des berühmten Zinngießermeisters Klingling, Anna Elisabeth. Ein Sohn dieser Ehe, Johann Heinrich Fester (1778 - 1854), ehelichte Katharina Maria Kaysser aus der berühmten, noch heute blühenden Maurermeisterdynastie der Kaysser. Sein Bruder Johann Daniel Fester (1783 - 1844) war Silber und Kupferschmied und zeitweise Gutsverwalter in Gonzenheim bei Homburg, schließlich Mitglied der Frankfurter Friedhofskommission, der die Freie Stadt die Anlage des neuen Hauptfriedhofes zu danken hatte. Auch er war, wie fast alle Fester zweimal verheiratet und ehelichte in zweiter Ehe Katharina Grasemann, die Tochter eines Chirurgen, der schon Rat Goethe zu seinen Patienten zählte. Sein Sohn Dr. jur. Friedrich Anselm Fester hatte eine Tochter des bekannten Konditors Engelhard, Am Alten Markt 38, zur Frau.
Als Vorsitzender der Frankfurter Theater-Aktiengesellschaft kämpfte er für den Neubau des Opernhauses und starb vielbetrauert 1879 als Ehrenmitglied des Orchestervereins. Sein Sohn, Adolf Fester, stieg zum Geheimen Justizrat empor und bekleidete unter Geheimrat Dr. Friedleben lange das Amt des 2. Vorsitzenden in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. Er starb 1909. Sein jüngerer Bruder August Fester unterstützte als Direktor der Frankfurter Hypothekenbank Stadtrat Karl Flesch beim Frankfurter Kleinwohnungsbau und heiratete die Tochter des Rektors der Sachsenhäuser Dreikönigsschule, Charlotte Drescher. Diesem Paar wurde vor 80 Jahren am 15. Dezember 1877 als zweiter Sohn der heutige Jubilar Emil August Fester geboren.
Während er die Laufbahn eines Kaufmannes einschlug, erreichten seine Brüder Hans und Fritz als Juristen angesehene Stellungen.
Zwar wurde Emil August Fester in München geboren, kam aber schon mit 13 Jahren nach Frankfurt in die Heimatstadt seines Geschlechtes zurück, wo er unter dem berühmten Philologen Reinhardt das städtische Gymnasium besuchte. Nach dem Militärdienst trat er als Lehrling in die Mitteldeutsch Creditbank zu Frankfurt ein, konditionierte weiter in Marseille, London und Johannisburg und wurde 1905 in das Bankhaus Jakob S. H. Stern berufen. Später ging er zur American Metal Company in New York und wurde Mitarbeiter von Edward D. Adams, dem Präsidenten der Northern-Pacific-Railway und neben James Speyer Vertreter der Deutschen Bank. 1909 wurde Emil A. Fester als Prokurist von der Philipp Holzmann A.G. zum Bau der Bagdad-Bahn übernommen, lebte lange im Orient und trat 1926 als Prokurist in die IG-Farben über. Schließlich leitete er von 1931 bis 1945 als Direktor das Glaubersalz-Syndikat der International Saltcake-Association und lebt seit 1945 im Ruhestand.
Aufs tiefste seit vielen Generationen der Vaterstadt verpflichtet, arbeitete er ehrenamtlich in vielen Gremien weiter. Als letzte und höchste Aufgabe seines Lebens erscheint ihm der Wiederaufbau des Opernhauses, dessen Finanzierung er aus seiner jahrzehntenlangen Praxis als Bankbeamter zähe und kühn zu bewältigen trachtet. Wohl wenige bürgerliche Familien können wie die Fester auf einen solch lückenlosen Stammbaum von über 350 Jahren zurückblicken. In ihrem schlichten Wesen lebt all das, was Frankfurt vor vielen Städten groß und berühmt gemacht hat.

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leer leer Eheleute August Fester 1917
mit Tochter und Sohn
Grabstätte von Emil A. Fester
auf dem Frankfurter Hauptfriedhof
Stempel "Rettet das Opernhaus"
auf Brief vom Dezember 1953
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leer   Ein Dokument aus der Zeit ist der hier abgebildete Brief (Bild ganz rechts) von Emil August Fester an seine Schwägerin Emma Holzmann - Ehefrau des Heinrich Holzmann (1879-1969), Enkel vom Bau-Unternehmers Johann Philipp Holzmann (1805-1870),- vom 4. Dezember 1953. Zusehen ist links auf dem Briefumschlag der grüne Stempelabdruck "Rettet das Opernhaus", der mit der Post von dem eifrigen Frankfurter in alle Welt hinaus getragen wurde. Die Verbreitung der Vision das Opernhaus in Frankfurt wieder zum Leben zu erwecken ging sogar so weit, daß regelmäßige Besuche beim Postamt in der Bockenheimer Landstraße absolviert wurden, die, mit grünem Stempelkissen in der Aktentasche, das "Bewerben von fremden Postsachen" zum Zweck hatten.
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leer leer foto Damals bekam Herr Fester die Erlaubnis von Postangestellten einen Teil der ausgehenden Tagespost mit dem seinem grünen Stempel zu versehen. "...Sie müssen die Briefe nur selbst stempeln..." hieß es damals auf dem Postamt in der Nähe des Openplatzes, was er für den guten Zweck auch tat. Eine willkommene Abwechslung für seinen damals 11 jährigen Enkel Harald Fester, der oft seinem Opa dabei helfen durfte. So ist zu erklären, daß erheblich mehr Briefe, als die eigens geschriebenen, Frankfurt am Main verließen und der Hilferuf "Rettet das Opernhaus" fernere Ziele erreichten. Als Belohnung für das Stempeln im Schaltervorraum ging es dann oft mit grüner Stempelfarbe an Fingern und Kleidung in das Café der Tiefreunde, "Café WiPra" oder ins Café Kranzler zu heißer Schokolade und leckerem Kuchen. "Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert" - so die erklärenden Worte des spendablen Großvaters.
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leer leer Die Grabstätte auf dem Frankfurter Hauptfriedhof in Gewann E 735, wie oben - Bild in der Mitte - gezeigt, beherbergt ebenfalls die sterblichen Überreste vom Sohn Hans und der Tochter Lotte Fester. Gleichermaßen wurde dort auch die Lebenspartnerin von Dr. Lotte Fester, Frau Helga Hummerich beigesetzt.
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leer leer foto Hans Adolf Fester (04.05.1914 - 11.09.1967), ältester Sohn von Emil August Fester und Vater des Betreibers von "FESTER.DE". Kaufmann bei der Metallgesellschaft (MG) und später bei der Metallverkaufsgesellschaft (MVG) in Frankfurt am Main. Verheiratet mit Erna Emma Auguste Sophie Fester (1919-2006), die ihre letzte Ruhe auf ausdrücklichen Wunsch nicht hier im Familiengrab fand, sondern im Feld der Ungenannten auf dem Bornheimer Friedhof.  
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leer leer foto Dr. Lotte Fester (03.04.1911 - 11.04.2006) Mit ihrer Familie verbrachte sie eine schöne Kindheit in einem großen Haus am Taunusplatz. Erinnerungen, welche sie geschrieben hat, kann man entnehmen, dass sie sehr viel schöne Kindheitserlebnisse hatte und mit viel Liebe von ihren Eltern umsorgt wurde. Sie bekam sehr früh Kontakt mit vielen bekannten Persönlichkeiten und wurde an Musik und Kunst herangeführt. So war es nicht verwunderlich, dass sie nach ihrem Schulabschluss auch Kunstgeschichte und Englisch studierte ...      mehr
 
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leer leer foto Helga Hummerich (29.12.1906 - 25.06.1998) Journalistin, seit 1930 von der Frankfurter Zeitung als Sekretärin für Benno Reifenberg (1892-1970) engagiert, zunächst in Paris, seit 1932-1943 in Frankfurt a.M.; 1950-1959 wirkte sie wieder mit Benno Reifenberg zusammen in Frankfurt a.M. an der Zeitschrift "Die Gegenwart". 1959-1970 arbeitete Hummerich ebenfalls wieder mit Reifenberg an der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Nach dem Tode von Reifenberg freie Mitarbeit der FAZ und Verwaltung seines literarischen Nachlasses. 1984 erscheint von ihr "Wahrheit zwischen den Zeilen", Untertitel "Erinnerungen an Benno Reifenberg und die Frankfurter Zeitung". (ISBN 3-451-08098-2) foto

Harald Fester (2012)

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