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  Bornheimer Gaststätte "Zur Eulenburg" GPS: N 50° 07' 53.67'' E 008° 42' 43.48''
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Fast 300 Jahre lang konnte man in der traditionsreichen Bornheimer Apfelweinwirtschaft, Eulengasse 46, zwischen "Am Ameisenberg" und der "Kleinen Spillingsgasse" in der unmittelbaren Nähe der Johanniskirche in Bornheim seinen Ebbelwei und Handkäs genießen. Doch am 31. Mai 2012 - nach sechs Generationen - schloß die "Zur Eulenburg" ihren Betrieb. Das Anwesen ist verkauft und wird in der Zukunft als Wohnraum genutzt.
Die Internetseite "www.zureulenburg.de" wurde zwischenzeitlich aufgegeben. (Stand 04.2013)
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  Einzelne Informationen von Otto Rumeleit (1914-1999), zur Geschichte der Gaststätte, hier klicken.
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Auf besonderen Wunsch ist hier ein Foto des Bildes dargestellt, was in der Gaststube in der Ecke unter der Decke seine Platz hatte. Es zeigt einen fröhlichen Gast um 1900 im Garten des Wirtshauses, der ein Glas Apfelwein mit der linken Hand in die Höhe hält. Vor ihm steht auf dem Tisch eine dickbauchige Steingutkanne - "Bembel" genannt - mit der Aufschrift "Eulenburg". In altdeutscher Schrift steht unten in der Bildmitte der Text: 
"Hohen-Astheimer - Sch: 12.Pf." 
Hohen-Astheimer war eine hessische Marke für Apfelweine und Appfelsäfte, die allerdings vom Makt verschunden ist. Unten ist das Werk vom Künstler mit dem Namen Dreher und dem Jahr 1903 signiert.
"Sch:" vor der Preisangabe "Pf" (=Pfennig) bedeutet "Schoppen", Angabe zum GlasiInhalt, Menge, Volumen.

foto Angaben zum Foto: Exif-Daten hier
  Da sich das Bild zum Schutz vor Feuchtigkeit und Nikotin-Qualm im Rahmen hinter Glas befindet, sind beim Fotografieren vor Ort Blendungen und Spieglungen von Lichtquellen zu erwarten. Aus diesem Grund wäre ein Ausleuchten mit dem Blitz "tödlich". Eine ausgewogene Einstellung mit einem niedrigen ISO-Wert und Kombination mit einem verzerrungsfreien Objektiv (50 mm, F 1,4) brachte bei abgedunkeltem Raum den Erfolg. Einstellung: ISO = 125, F = 13, Verschlußgeschw. = 30 Sekunden.
 
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leer leer Geschichte der Eulenburg

Wann in der Eulenburg das erste Mal Apfelwein ausgeschenkt wurde, läßt sich heute nur ungefähr zeitlich festlegen. Nachweisbar wurde aber schon 1732 die Gaststätte durch die Wirtsfamilie Eckhard bewirtschaftet, also bereits vor über 275 Jahren. Die Hofreite in der Eulengasse 46, vor der Eingemeindung Nr. 18, war ein bäuerliches Anwesen mit einer Gärtnerei, die sich in dem alten Fachwerkhaus befand, in dem bis 1900 gezapft wurde. Sie war die letzte Heckenwirtschaft in Alt-Bornheim. Wahrscheinlich wurde hier während der Blütezeit des Weinbaus Traubenwein aus der Bornheimer Gemarkung verkauft und später nach dem Niedergang des Weinanbaus ging man zum Keltern und Ausschank von Apfelwein über.

Im Bornheimer Lagerbuch von 1732 war die Liegenschaft mit Charte 1, Nr. 98 bezeichnet, sie hielt an Fläche 1 Viertel und 33,8 Ruthen und gehörte Johann Eckhard, einer alten Bornheimer Wirtsfamilie. Leider wurde das alte Haus 1944 im Krieg zerstört. Ein breiter Streifen mußte zur Erweiterung der Eulengasse an die Stadt abgetreten werden. Dadurch konnte die Gartenwirtschaft im Hof erweitert werden. Eigentümer der Liegenschaft war 1825 Nikolaus Hufer jr., sie wurde 1832 an Franz Hufer II. überschrieben, kam durch Kauf 1848 an Johann Valentin Rau und Ehefrau Catharina geb. Schuch und wurde dann am 21.Juli 1852 an Johann Andreas Jockel und Ehefrau Maria Elisabeth geb. Schuch überschrieben. Die Liegenschaft blieb dann im Besitz der Familie Jockel und deren Erben. Die heutige Gaststätte wurde um 1899 als dreistöckiges Gebäude mit Seitenbau errichtet. Das alte Fachwerkhaus diente als Wohnraum bis es 1944 durch den Krieg zerstört wurde.

Der älteste Sohn von Andreas Jockel führte die Gärtnerei und Gaststätte als Ökonom und Gastwirt, sein jüngerer Bruder Andreas bewirtschaftete den Jägerhof ind der Fahrgasse, eine Gaststätte mit sehr hohem Apfelweinumsatz. Ein anderer Bruder war Gärtner in Eschersheim, seine Ehefrau war eine geborene Rackles, insgesamt waren es sieben Geschwister.
Christoph Jockel starb 1929, seine Ehefrau Katharina führte die Gaststätte weiter und starb 1942. Ihre Tochter Johanna Münch geb. Jockel und ihr Ehemann Wilhelm Münch führten die Gaststätte, nachdem sie kurze Zeit verpachtet war, dann weiter. Wilhelm Münch verstarb 1939. Frau Johanna Münch und ihre Tochter Rosel brachten die Eulenburg auch über die schlimme Kriegszeit hinüber.
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Nach dem Krieg heiratete Rosel Münch den aus dem Krieg heimgekehrten Otto Rumeleit und beide führten dann gemeinsam mit Frau Münch die Gastwirtschaft. Es wurde wieder selbst gekeltert und die Hasumacher-Wurstsorten hergestellt. Der Gästezustrom wuchs ständig und die Bornheimer Bürger holten die Entbehrungen während des Krieges nun nach. Tochter Margrit kam 1946 auf die Welt und ist mit ihrem Mann Dirk Henze seit 1968 in der Gaststätte aktiv.

Als Sohn Christoph 1972 und Tochter Andrea 1975 auf die Welt kamen, war es selbstverständlich, dass die berufliche Laufbahn auch in der Gastronomie anfängt. Christoph, ein bei Steigenberger gelernter Koch, ist heute für die Küche verantwortlich. Otto Rumeleit verstarb 1999 und 3 Jahre später seine Frau Rosel.

So arbeiten nun schon drei Generation gemeinsam, die Eulenburg ist jetzt seit 6 Generationen in Familienbesitz und die einstige bäuerliche Gaststätte in Alt-Bornheim hat sich zu einer in Frankfurt und darüber hinaus bekannten Domäne für die durstigen Apfelweintrinker der Region entwickelt. Die Eulenburg stand immer schon im Mittelpunkt des Bornheimer geselligen Lebens. Hier verkehrten die Vereine und die bekannten großen Stammtische. Der FSV verlebte seine Jugendzeit hier und die vielen Gesangsvereine wie z.B. Germania, der Schubertchor, das Kaiser Quartett oder die Westendler hielten hier ihre Gesangsstunden ab.

Beim Äpfelwein hockt arm und reich
beim Schoppe sind sie alle gleich
Fröhlich lacht hier alt und jung
Frankfurter Äpfelwein gibt Schwung!

Text: Otto Rumeleit (1914-1999)

© Harald Fester (2012)

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