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  World Trade Centers (WTC)

Der Südturm als Spiegelbild im Nachbargebäude des Word Financial Center II.
Die Bilder des World Trade Centers (WTC) vom 11. September 2001 gingen um die Welt.
Hier ein Bild, was vor dem Terror-Horror-Tag entstand. 
Am 10.10.2001 habe ich das Foto beim Fotografen Wolfram Eder mit Signatur (Nr.01) gekauft, der mir erlaubte dieses Bild hier zu veröffentlichen.

 

Wolfram Eder (46), Star-Fotograf aus Aschaffenburg, studierte von 1976-1981 in Darmstadt. Jetzt war er in New York. Gesichter sammeln für sein neuestes, viertes Buch "Begegnungen" und eine Ausstellung "Menschengesichter".
Das Foto ist keine Manipulation des Fotografen. 
Ein physikalisch optisches Phänomen durch die Lichtbrechung in der Senkrechten.

Interesse an diesem Foto ?
Hier die Adresse des Fotografen:

Wolfram Eder, Fotodesign
Herstallstraße 20
D-63739 Aschaffenburg
Fon & Fax 06021 29277

 

Der Aschaffenburger "Menschenfotograf" Wolfram Eder 
Die verflixte Lust an der Langsamkeit 

Der 1955 in Gießen geborene Wahl-Aschaffenburger Wolfram Eder fotografiert Menschen in klassischem Schwarz-Weiß. "Gesichter einer Stadt" heißen die zwei Fotobände, die der Fotodesigner bisher herausgebracht hat. Der erste, 1997 erschienene, Taschenbuch-Band zeigt prominente und namenlose Darmstädter:
Die bekannte Schriftstellerin Gabriele Wohmann etwa, den Lyriker Karl Krolow, aber auch den "kleinen Mann" auf der Straße, Musiker und Metzger, Imbissverkäuferin und Kneipier. Im zweiten, aufwendigeren Bildband hat Eder mit seinem gleichsam demokratischen Auge Aschaffenburger Bürger porträtiert. Und auch hier gelingt ihm in der Mischung aus bekannt und unbekannt das Kunststück, den Betrachter für den Menschen zu interessieren und nicht für dessen vermeintlich bedeutsame Fassade. So hilft Eder dem Landrat behutsam aus der klirrenden Politikerrüstung, um ihn als entspannten Musenfreund vor dem Klavier zu zeigen. Die Oberbürgermeister-Legende Willi Reiland lässt er, mit karierten Shorts und Baseballkappe, stolz - ganz das berühmte Kind im Manne - die Golfausrüstung präsentieren. Und der populäre Historiker Guido Knopp kann die unsichere Skepsis in seinen Augen selbst mit der an angelsächsischer Eleganz geschulten Pose nicht vergessen machen. Wolfram Eder ist kein "schneller" Fotograf, was er manchmal bedauert. Er muss seine "Modelle" kennen lernen, mit ihnen reden, etwas über sie erfahren. Dennoch benötigt er eine gewisse Distanz. Das Bild, das dann entsteht, ist eine Art Zusammenschau von Phänomen und Biographie. „Leute, die ich zu gut kenne, kann ich nicht mehr fotografieren“, sagt er, „weil ich diese vielen Facetten in einem Porträt nicht unterbringen kann!“ Wolfram Eder will an das Wesen der von ihm Porträtierten. 
Das bedeutet Reduktion, deshalb bevorzugt er Schwarz-Weiß. Wenn er beim Prominenten, der ihn als Motiv gar nicht sonderlich interessiert, zum menschlichen Kern vordringen will, will er beim Unbekannten das Allgemeingültige herausarbeiten. 
Das "pfarrerhafte" am Pfarrer etwa, den kleinen Stolz des Losbudenbesitzers in Nadelstreifen oder die anrührende Liebe von Lieselotte und Heinz, einem seiner menschlich eindrucksvollsten Arbeiten. Wenn die beiden so wunderbar vertrauensvoll-entspannt in Eders Linse schauen, dann klingt Lieselottes Erinnerung regelrecht aus dem Bild heraus: „Und ich hab’ zu der Rosi gesagt, den Mann da an der Musikbox, den krieg’ ich - wetten wir um 'n Piccolo. Und als dann 'Moonlight' von Ted Herold lief, kam der Heinz auf mich zu und hat gefragt ‚Wolle mer tanze?’.“ Eder ist ein geduldiger Philantrop mit großem Einfühlungsvermögen, der seine Modelle am liebsten in ihrer vertrauten Umgebung porträtiert, weil er dort das erreicht, was alle seine Arbeiten auszeichnet: Die Menschen in Eders Bildern schauen dem Betrachter offen ins Auge, ohne "Fotoblick" oder aufgesetzte Koketterie. Und so strahlt jeder von ihnen seine ihm ganz eigene Art von Schönheit aus, die tiefer und berührender ist als schnelllebige Hochglanzideale. Zum Jahreswechsel legt der Fotograf den großformatigen Kalender "Menschen" vor, auf dessen Titelbild der Betrachter in das Weiße des Auges eines kettenbehangenen Stahlarbeiters blickt, der geradewegs den Tiefen des Orkus’ entstiegen scheint. Ende Oktober des kommenden Jahres wird Wolfram Eders neues Buch mit dem vorläufigen Titel "Neue Begegnungen" erscheinen, in dem er Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet vorstellen will. Wieder werden es eigenwillige und jeder auf seine ihm eigene Weise attraktive Zeitgenossen sein, die vertrauensvoll in Eders geduldige Linse und somit uns ins Auge blicken. Wolfram Eder, dessen Bilder man unter anderem auch im Schloßmuseum Aschaffenburg oder gar im Paul-Getty-Museum Los Angeles sehen kann, hat sich als nächstes Ziel gesetzt, neue Sujets auszuprobieren und vor allem, schneller zu werden. Wem jedoch die Entdeckung der Langsamkeit erstrebenswert scheint, dem sei die kontemplative Auseinandersetzung mit Eders Menschenbildern empfohlen. 

HEINZ KIRCHNER/ 13.12.2000/F.A.Z.

Diesen Text fand ich Im Internet:
http://home.t-online.de/home/heinz-kirchner/Sonstiges/Wolfram_Eder/wolfram_eder.html

 

Den Menschen sehen – und seine Würde spiegeln
„Das war eine irre Begegnung mit dem“, sagt Wolfram Eder beim Blick auf sein Lieblingsfoto, das er 1999 von Oskar Back vor dessen Haus machte. Auch der Betrachter spürt das Besondere, das diesem Bild anhaftet. Denn auch er muss dem ernsten Blick des alten Mannes standhalten. Da knistert es förmlich zwischen der letzten Treppenstufe und dem kurzen Stück, wo der Fotograf gestanden hatte.

„Die Begegnung“, sagt Eder, „hat meine ganze Theorie übern Haufen geworfen.“ Denn bis dato nahm der Wahl-Aschaffenburger an, dass er sich, „unheimlich lang“ mit jemanden unterhalten müsse, bis ein gutes Foto gelingt. Der Porträtist lichtet sein Gegenüber nicht einfach nur ab, vielmehr entlockt er ihm etwas Ureigenes, macht - ohne ihn dabei bloßzustellen - ein Stück Seele sichtbar. Mit dem Medium Fotografie zeigt der am 3. Juli 1955 in Gießen Geborene, wie die Menschen sind – in ihrer ganzen Würde.

Im Fall Back war es also anders: „Kein Wort hab ich mit ihm gewechselt. Jedenfalls nicht vor dem Foto.“ Wie aber kam dann diese intime Aufnahme zustande? „Der hat aus dem Fenster geguckt – und ich hab ihm vom Auto aus gewunken“, erzählt Eder, der von 1976 bis 1981 an der Darmstädter Fachhochschule für Gestaltung Fotodesign studiert hatte.

Dann sei Oskar Back aus seiner Tür getreten, und genau diesen Moment fing der Lichtbildner ein. Auch an jenem Tag war der Gießener, den es „interessiert, was Menschen machen“, und den es „schärft, was sie so denken“, wieder einmal auf der Suche nach eigenwilligen Köpfen. Unterwegs im Spessart „auf dem Weg nach Maria Buchen, das ist so’n Wallfahrtsort“ entdeckte er per Zufall den Neunzigjährigen. Dabei erfuhr Eder, dass Back schon seit 60 Jahren in diesem Haus wohnt.

 

Der alte Mann: „Wenn ich nicht mehr da bin, wird mein Sohn das alles verkaufen. Und dann wird das Haus sicher abgerissen.“ Inzwischen ist Back tot. Das erzählt Backs Schwiegertochter, der die Schwarzweißaufnahme in die Hände fiel und Abzüge für die ganze Familie haben wollte.

Was verrät die Fotografie nicht alles über den gebeugten, aber stolzen Hausherrn, der missmutig dreinschaut? Seine Kleider sind einfach und praktisch, damit kann er zupacken. Den Hut hat er aufgesetzt, weil er nach draußen ging, behielt dennoch aber seine Pantoffeln an. Überhaupt: Oskar Back scheint mehr Wert auf Bequemes denn Schickes zu legen. Das beweist auch der letzte Knopf seines blauen Kittels, den er ob mehr Bewegungsfreiheit offen ließ. Gelassen hängt sein rechter Arm am Körper herab, ganz natürlich ist seine Pose. Er zeigt zurückhaltende Neugier, wartet auf das, was da wohl kommen mag. Aber er ist zuversichtlich, lässt Eder gewähren und winkt nicht etwa ab oder dreht dem Fotografen den Rücken zu. Selbstbewusst tritt er aus seiner Türe. Nicht ohne weiteres würden Fremde sich trauen, die Schwelle zu seinem Häuschen ohne Erlaubnis zu übertreten. Dieser Mann kennt das Leben. Alles hat seinen Sinn – so auch die schwarze Kordel, die Back als Halt um seinen Flieder gezurrt hat.

In der Ausstellung „Momente“ im Café Alacarte auf der Darmstädter Mathildenhöhe sind neben Oskar Back auch der Künstler John Cage, der Musiker Frank Zappa und Prinzessin Margaret von Hessen und bei Rhein zu sehen. Ebenso sind Darmstädter wie die Familie Hippler, Bruno Erdmann oder Helmut Lortz in klassischer Schwarzweiß-Fotografie abgelichtet. Die Schau dauert bis zum 29. April und kann dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr besucht werden.

Sybille Maxheimer
21.3.2001