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| Trotz ihres hohen Alters
ist
meine Tante Lotte noch gut zu Fuß. Allerdings hält sie auch ihre
Mitmenschen ordentlich in Trapp. Nach ihrem überstürzten Auszug aus
der Hammannstrasse in Frankfurt kam sie für einige Zeit im Frankfurter Verein für soziale Heimstätten e.V. Sozialzentrum Am Burghof 43-45 (Tel. 069 5092850) |
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Dr. Lotte Fester |
| in Frankfurt am Main Bonames
unter. Es sollte nur eine vorübergehende Bleibe sein. Dort erfuhr ich dann auch von Lotte von der Existenz ihres bestellten Betreuers, dem Anwalt Herrn Christian Roth Eckenheimer Landstrasse 38 60318 Frankfurt am Main Telefon 069 5979810 (Sekretärin: Frau Strauß) Besuche in der 2. Jahreshälfte Dezember 2001 von Peter aus den USA und mir |
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machten deutlich, dass sie unbedingt auf Hilfe angewiesen ist. Die schlichte Zimmerausstattung versuchte ich mit einem Künstlerkalender ihres Lieblingsmalers Hopper, einer Kopie des Bildes ihrer Großmutter sowie einem Bild ihrer Eltern auszugleichen. Bild links zeigt Tante Lotte an der leeren, weißen Wand sitzend, mit der Lupe meine geschriebenen Worte lesend. Nur so ist eine "Unterhaltung" mit der alten, tauben Dame noch möglich. | |
| Im April 2002 bekam ich durch Wolfgang Fester die telefonische Nachricht, sie sei in die Hügelstrasse umgezogen. Ihre neue Adresse war also nun das | ||
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Sozial-Pädagogisches
Zentrum (Haus Aja-Textor-Goethe) Hügelstrasse 69 (5.Stock Zimmer 572) 60433 Frankfurt am Main Telefon von dem Heim (nicht von Lotte) 069 53093-0 Internetseite: http://www.haus-aja.de E-Mail: info Der Name ihres Aufnahme-Betreuers im Heim ist: Herr Riesenberger Der Einzug in das Heim ist für Lotte meines Erachtens ein Glücksfall, auch, wenn sie noch nicht ihr eigenes Mobilar um sich hat. |
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| Das Aja-Textor-Goethe-Haus machte auf mich einen sehr sauberen und ordentlichen Eindruck. Das Personal ist freundlich, sachkundig und hilfsbereit. Medizinisch ist hier für jeden Pflegezustand von alten Menschen vorgesorgt. | ||
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| Um ihre Möbel aus einem Lager in die neuen vier Wände zu bekommen bedarf es einiger terminlicher Absprachen und Vorbereitungen, die von Herrn Roth gemacht wurden. Doch aus vorgegebenen Termin (07.05.2002) wurde nichts, da Lotte sich nicht entschließen konnte (oder kann) diesen Wohnbereich zu akzeptieren. | ||
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Zwischenzeitlich telefonierte ich mit Herrn von Dietze aus der Magdeburger Gegend, der zur Zeit auch in Korrespondenz mit Lotte unterhält. Wir wurden uns 1994 bei der Feier zum 80. Geburtstag in der "Frankfurter Stubb" des Frankfurter Hofs vorgestellt. Herr von Dietze berichtete mir, dass er von Lotte Bücher versprochen bekommen hat, für die er jetzt sein Interesse anmeldete. Die Bilder unten zeigen Lotte bei meinem Besuch im Mai 2002 in ihrem Zimmer im 5.Stock im Aja-Textor-Goethe-Haus in Frankfurt/Main. |
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| Der ambulante
Dienst, der Lotte im Heim betreut ist telefonisch unter 069 53093109 zu erreichen. |
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Die unten gezeigten Bilder entstanden am 14. Januar 2005 |
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| Am 11. April 2006, dem Todestag von Frau Lotte Fester, informiert mich telefonisch das Aja-Textor-Goethe-Haus über das Ableben meiner Tante Lotte. Sie wurde 95 Jahre alt. |
| Nachruf in "Haus-Kurier" Nr. 3/2000 vom Aja Textor-Goethe Heim | |
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Frau Dr. Lotte Fester geboren am: 3. April 1911 in Frankfurt gestorben am: 11. April 2006 in ihrem Dachappartement Frau Dr. Lotte Fester wurde am 3. April 1911 in Frankfurt geboren. Mit ihrer Familie - sie hatte einen älteren Bruder - verbrachte sie eine schöne Kindheit in einem großen Haus am Taunusplatz. Einem Buch, welches sie geschrieben hat, kann man entnehmen, daß sie sehr viel schöne Kindheitserlebnisse hatte und mit sehr viel Liebe von ihrem Vater - genannt Pepsi (*1) - umsorgt wurde. Sie lebte mit ihrer Familie in gehobenen Verhältnissen. Dadurch bekam sie sehr früh Kontakt mit vielen bekannten Persönlichkeiten, wurde an Musik und Kunst herangeführt. So war es nicht verwunderlich, daß sie nach ihrem Schulabschluß auch Geschichte, Kunstgeschichte und Englisch studierte. Frau Dr. Fester arbeitete als Lektorin der Kulturgeschichte an einer amerikanischen Universität und auch an deutschen Universitäten. Im Laufe ihres Berufslebens war sie auch bei Zeitungsverlagen tätig, und hier lernte sie auch ihre spätere Lebensgefährtin (*2) kennen. 1950 zog sie mit dieser in eine gemeinsame Wohnung (*3) in Frankfurt. Mitte 1998 verstarb diese Freundin, und es scheint so, als hätte Frau Dr. Fester ihren "Lebenshalt" verloren. Kontakte zu anderen Menschen waren damals schon sehr schwierig, weil das Hören und Sehen schon sehr beeinträchtigt war. Und so kam es, daß sie sich immer mehr abgrenzte und "verwahrloste". Auch ihr damaliger Vermieter und die Nachbarn hatten große Schwierigkeiten mit ihr. Ihr Realitätssinn war auch sehr eingeschränkt, und in dieser Situation verreiste sie. Als sie wieder nach Frankfurt in ihre Wohnung kam, hatte der Vermieter diese räumen lassen und Frau Dr. Fester stand mit ihrem Koffer vor der Tür. Über diesen Weg kam sie in ein Obdachlosenheim (*4). Ihr damaliger Betreuer (*5) sorgte dann für einen Heimplatz, und so kam sie am 11. April 2002 in unser Haus. Sie lebte sehr eigenständig in ihrem Dachappartement, so wie sie es ihr ganzes Leben getan hatte. Trotz vieler Bemühungen unsererseits war es nicht möglich, einen Zugang zu ihr zu finden, der es ermöglicht hätte, daß alle Menschen in ihrem Umfeld zufrieden gewesen wären. Im Winter 2005 zeichnete sich ab, daß Frau Dr. Fester sehr große körperliche Gebrechen hatte. Leider war sie auch nicht bereit, ärztliche Hilfe anzunehmen. Zu dieser Zeit gelang es uns (*6), in Kontakt mit Frau Dr. Fester zu kommen, und wir konnten eine annehmbare Pflege und Begleitung durchführen. Es war nicht immer leicht, mit ihr zu arbeiten. Ihren 95. Geburtstag (*7) durfte sie noch erleben. Eine Woche später wurde sie von ihren körperlichen Strapazen erlöst. Frau Belarbi, die für die Pflege der Dachappartements zuständig ist, hatte Frau Dr. Fester noch lebend am Morgen gesehen. Als wir wie jeden Morgen das Frühstück brachten, fanden wir sie verstorben in ihrem Bett. Für uns alle war die Zeit mit Frau Dr. Fester nicht immer leicht, aber bestimmt "lehrreich", dafür sind wir dankbar. Gisela Haager-Heinol Melissa- Team |
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| (*1) | Emil A. Fester (15.12.1877 - 10.06.1964) |
| (*2) | Helga Hummerich (29.12.1906 - 25.06.1998) Publizistin, Mitarb. bei Benno Reifenberg |
| (*3) | Hammanstrasse 1 |
| (*4) | Frankfurter Verein für soziale Heimstätten e.V. Sozialzentrum, Am Burghof 43-45 |
| (*5) | Christian Roth, Rechtsanwalt, Eckenheimer Landstrasse 38, 60318 Frankfurt a. M. |
| (*6) | Melissa- Team - Haus Aja Textor-Goethe |
| (*7) | am 3. April 2006 |