HomeNew List Stand: Montag, 25. Juli 2005
  Telefon-Terror, ganz normal...  Telefonterror
   
Überblick: Probleme im Festnetz T-Com
SMS im Festnetz
Sorgloser Umgang mit dem Handy
Was kann passieren
Telefon-Terror - bis 72 Stunden lang
SMS-Sperre für das Festnetz
Reaktionen der Telekom
Fazit
SMS auch im Festnetz


Dieses hier zitierte Angebot - wie hier von der Deutschen Telekom - finden Sie heute bei fast jedem Telefonanbieter. Es erlaubt Telefonkunden, die nicht über ein ISDN Telefon verfügen, auch an der so beliebten SMS (Short Message Service) Technik teilzuhaben.
Diese raffinierte Technik birgt allerdings auch Gefahren, die, wenn einige technische Details beim Kunden und beim Telefonanbieter unbeachtet bleiben, ganz schön an den Nerven zehren können. Über mögliche Geschehnisse soll hier aus eigener Erfahrung berichtet werden, die nicht passieren müssen - aber können.


Sorgloser Umgang mit dem Handy

Jeder, der im Besitz eines Mobiltelefons - kurz Handy genannt - ist, kennt die Funktion einer Tastensperre. Diese Schutzfunktion ist besonders angebracht, wenn man als Handybesitzer seine Adressen in einer Liste gespeichert hat, bei der man nur auf einen Tastendruck die  Verbindung zu einem anderen Teilnehmer herstellen kann. Liegt also das Handy einmal in einer Handtasche oder befindet es sich während einer Reise im Koffer und die Tastensperre ist nicht aktiviert, so kann das Handy selbsttätig - durch unkontrollierten Druck auf die Tasten - jemand anrufen.
Es wäre aber nicht weiter schlimm, wenn nun jemand angerufen wird und am anderen Ende ist keine Stimme zu hören. In den meisten Fällen dieser Art wird die Verbindung vom angerufenen Teilnehmer mit Auflegen quittiert und beendet. Die Gebühren für ein solches, nutzloses Telefonat hat jedoch der zu tragen, der in diesem Fall vergaß, die Tastensperre zu aktivieren.
Durch die Vielfalt der Funktionen, die heute bei und mit einem Handy möglich sind, liegt es auf der Hand, daß nicht nur ein ungewollter Telefonanruf ausgelöst wird, sondern es kann auch zu einer problematischen Entwicklung für den angerufenen Teilnehmer kommen.


Was kann passieren

Ist ein Handy in einem unkontrollierten Bereich ohne aktivierte Tastensperre abgelegt, so kann es - wie selbst erlebt - zu sehr unangenehmen Problemen kommen. Wird also durch Druck auf die Tasten (zum Beispiel in der Hosentasche, wo sich auch andere Gegenstände befinden) eine oder mehrere Funktionen "von selbst" ausgelöst, ist es nicht ausgeschlossen, daß eine SMS verschickt wird. Diese SMS wird in den meisten Fällen allerdings ohne Inhalt sein. Und gerade das ist es, was einen Telekom-Kunden bald zum Wahnsinn trieb.
Ist nämlich eine leere SMS bei einem Festnetz-Anschluß angekommen, kann diese nicht von der technischen Einrichtung des Telefonanbieters "verlesen" werden. Wünschenswert wäre in einem solchen Fall, daß die Entgegennahme der SMS-Information (die eigentlich ja gar keine ist, weil die SMS keinen Inhalt hat) durch einfaches Auflegen des angerufenen Telefons quittiert und beendet wird. Nicht so, wenn die technische Ausführung bei dem Server der Deutschen Telekom liegt. Jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt.
Dieser Server versucht jedes Mal von Neuem, wenn der angerufene Kunde aufgelegt hat, seine leere Meldung abzusetzen. Vermutlich ohne die Order zu bekommen, nach dem ersten Informationsanruf seine Tätigkeit für diesen Fall einzustellen. Unangenehmes ist von betroffenen Telekomkunden zu berichten. Alle 5 Minuten nervt der Server der Telekom mit der Telefonnummer 01930100 mit erneuten Anrufen.


Telefon-Terror - bis zu 72 Stunden lang
Ist eine SMS vom Handy erst einmal abgesetzt, so nimmt die Technik ihren Lauf - und das sieht so aus: Der Handy-Provider nimmt die SMS (mit oder ohne Nachrichten-Inhalt) auf und schickt diese per Satellit in das weltweit verbreitete Kabelnetz, an dem auch der Server der Deutschen Telekom angeschlossen ist. Der SMS-Auftrag liegt nun in den Computer-Händen der Telekom. Das bestätigt auch der Handy-Provider, der nach einem quittierten Eingang bei der Telekom keinen Zugriff mehr auf abgeschickte SMS hat. Durch den Umstand, daß der Server der Deutschen Telekom mit SMS ohne Inhalt so seine Probleme hat, werden betroffene Kunden in den ersten 2 Stunden alle 5 Minuten mit Anrufen bombardiert.
Bei einem Anruf vom Server der Deutschen Telekom (01930100) berichtet eine Stimme vom Band, daß der Angerufene eine SMS-Nachricht erhalten hat. Da es sich ja um eine "Null-Nachricht" handelt kann ein eventuell nachgeschalteter Service auch keine SMS-Nachricht vorlesen. Es erfolgt die Information, daß die SMS-Nachricht von folgendem Telefonanschluß kam... Und dann spricht die Stimme die einzelnen Ziffern des Telefonanschlusses, von dem die SMS kam.
Positiv ist zu vermerken, daß dieses "Vorlesen" der Telefonnummer einfach per

Tastendruck (hier die Taste 1) wiederholt werden kann. Diese Nummer könnte oder sollte man anrufen, um über die SMS mehr zu erfahren.
Da es sich aber erfahrungsgemäß um eine Handy-Nummer handelt, wird nicht jeder gleich zurückrufen, zumal die Medien vor Abzockern warnen, die auch immer um einen Rückruf bitten, bei dem der Kunde richtig zur Kasse gebeten wird. Mit einem kostenpflichtigen Rückruf ist somit nicht unbedingt zu rechnen und es ist nicht das Erste, was man macht.
Egal, ob man nun diese Nachricht bis zum Ende abhört oder ob man gleich den Hörer wieder auflegt, man wird immer wieder aufs Neue angerufen. Sind erst einmal ein paar Stunden vergangen und man ist von den wiederkehrenden Anrufen genervt, so kommt einem doch der Gedanke, diese Absendernummer einmal zu kontaktieren.
Und damit geht die Ratlosigkeit erst los: Der SMS-Absender hat das ganze ja unbewußt ausgelöst und ist erst einmal verwundert, hier der Verursacher zu sein.
Hilfreich werden jetzt weitere Telefonate angeboten und durchgeführt - alle zum Ziel, den nervigen Telefon-Terror zu beenden. Der Handy-Provider wird, wenn genügend Überzeugungsarbeit geleistet ist, in seine Technik schalten, um das SMS-Protokoll des Kunden einzusehen. Steht nun kein SMS-Absendeauftrag mehr in diesem Protokoll, so kann auch der Handy-Provider nichts dazu beitragen, was den Telefon-Terror beenden könnte.
Anders, wenn noch eine SMS zum Verschicken im Protokoll steht. Dann hat der Provider die Möglichkeit, den Auftrag zu stoppen.
Ein Anruf bei der Telekom 0800 330 4747 gibt nun Aufschluß über das weitere Vorgehen in einem solchen Fall. Von den meist sehr freundlichen Mitarbeitern kommt der erlösende Ratschlag, die nächsten 48-72 Stunden abzuwarten. Dann nämlich hat der Server sein "Pulver verschossen" und gibt auf.
Von der Idee, das auslösende Handy abzuschalten oder beim gequälten Kunden den Telefonstecker zu ziehen, wird abgeraten, weil es nicht die Arbeitsvorgabe des Telekom-Servers beeinflußt. Und anders ist der Server nicht zu beeinflussen. Einen guten Rat hat aber die freundliche Stimme an der Leitung am anderen Ende: "Schützen sie sich für die Zukunft vor solchen Fällen, indem sie die SMS-Nachrichten für ihren Festanschluß sperren lassen."


SMS-Sperre für das Festnetz

Eine SMS-Sperre für einen Festnetzanschluß bewirkt, daß keine SMS zu der Telefonnummer des betreffenden Anschlusses weitergeleitet wird. Diese Sperrung kann man unter der kostenfreien Telefonnummer beantragen und durchführen lassen.
Der Antrag kann telefonisch bei der Telefonnummer 0800 330 4747 erfolgen. Die Umsetzung wird in der Regel unmittelbar durchgeführt. Allerdings wird einer Sperrung ein Kontrollanruf vorgeschaltet und nach der Entgegennahme des Anrufes muß man sich ca. 48 Stunden gedulden, bis die Sperrung aktiv wird. Die Sperrung ist kostenlos.
Für einen gerade laufenden "Telefon-Terror" ist das leider keine Hilfe.
Haben aber die lästigen Anrufe einmal aufgehört, so ist man für die Zukunft gerüstet:
Ohne SMS im Festnetz.
Das allerdings ist genau das Gegenteil, was uns die Telekom (wie oben angeführt) mit den Worten "Lassen Sie von sich hören" anpreist.
Sicherlich wäre es für den Kunden schöner, die fortschreitende Technik zu nutzen,
als diese zu blockieren.
Im Vorfeld der Recherchen bittet ein Telekom-Mitarbeiter gegebenenfalls zu erwähnen, daß auch andere Telefonanbieter diesen Service bereitstellen. Eine Nachfrage (z.B. bei Arcor) bestätigt die Existenz dieser SMS-Funktion für das Festnetz, kann aber garantieren, daß nach einmaliger Entgegennahme des Informationsanrufes, es keine Folgeanrufe gibt.
Auch nicht bei SMS ohne Inhalt. Sollte trotzdem jemand im Arcor-Festnetz-Vertrag
den SMS-Emfang für das Festnetz sperren lassen wollen, so ist diese Telefonnummer von Arcor anzurufen: 0800 107 3020


Reaktionen der Telekom

Technische Hotlines haben so ihre Eigenarten. Erfahrungsgemäß gehört viel Geduld dazu, um einen Kontakt zu einem "menschlichen Wesen" in einer Hotline herzustellen. Wer sich schon einmal durch die moderne Funktion eines Telefonmenüs durchgearbeitet hat, weiß ein Lied davon zu singen.
Ganz anders bei der Hotline-Nummer 0800 330 4747 der Telekom für solche Fälle:
Hier gibt es kein Telefon-Menü und keine Wartezeiten. Das beruhigt ungemein, wenn man davon ausgeht, daß ein Kunde, der schon mit den Nerven am Ende ist, hier anruft.
Allerdings können die ersten Eindrücke der Reaktionen nicht wirklich zufrieden stellen.
Zu erst einmal ist das beschriebene Problem gar keines(!):
 "Sie brauchen nur beim Handy-Provider den SMS-Auftrag stoppen zu lassen..."
oder
"wir haben den Auftrag zuzustellen und tun das auch.."
das sind keine hilfreichen Argumente, wie ich selbst feststellen konnte.
Sich gegenseitig den "Schwarzen Peter" zuzuschieben, das ist heutzutage wohl so.
Der Kunde fühlt sich hier nicht wohl. In den Zeiten zwischen 07:00 Uhr und 23:00 Uhr so zu nerven, darf nicht als normal hingestellt werden.
Und ganz zum Schluß - wenn man begriffen hat, daß in jedem Fall 48-72 Stunden abzuwarten sind - erfährt man, daß Techniker am Server der Deutschen Telekom arbeiten, um dieses Problem der SMS ohne Inhalt in den Griff zu bekommen. Bravo.


Fazit

Am besten man hat nix, dann kann auch nix nerven.

Juli 2005


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