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| Neujahrsgedicht - Neujahrswünsche - Zum Neuen Jahr - Das neue Jahr - Vorsätze - Die Jahre - Abschied - Vier Jahreszeiten - Ein neues Jahr |
| Neujahrsgedicht |
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Altes Jahr ist ausgestanden, neues Jahr steht vor der Tür. Da, wo alte Jahre landen, landen irgendwann auch wir. Neues Jahr spuckt in die Hände, über altes Jahr wächst Gras. Aller Anfang ist ein Ende, und wir wissen nicht von was. Altes Jahr steckt in den Knochen, neues Jahr bläst uns den Marsch. Doch in 52 Wochen ist das neue auch im A.... |
| Neujahrswünsche - Elli Michler |
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Ich wünsche dir Zeit Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben. Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben: Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen, und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen. Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken, nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken. Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen, sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen. Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben. Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun, anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun. Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen, und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen. Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben. Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben. Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden, jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden. Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben. Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben! |
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Elli Michler
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Mit freundlicher Genehmigung des Don Bosco Verlages aus: Elli Michler, „Dir zugedacht“ © Don Bosco Verlag, München 2004, 19. Auflage |
| Zum Neuen Jahr - Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) |
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Zwischen dem Alten Zwischen dem Neuen Hier uns zu freuen Schenkt uns das Glück, Und das Vergangne Heißt mit Vertrauen Vorwärts zu schauen, Schauen zurück. Stunden der Plage Leider, sie scheiden Treue von Leiden Liebe von Lust; Bessere Tage Sammeln uns wieder, Heitere Lieder Stärken die Brust. Leiden und Freuden, Jener verschwundnen, Sind die Verbundnen Fröhlich gedenk. O des Geschickes Seltsamer Windung! Alte Verbindung Neues Geschenk. Dankt es dem regen, Wogenden Glücke, Dankt dem Geschicke Manniglich Gut; Freut euch des Wechsels Heiterer Triebe, Offener Liebe, Heimlicher Glut! Andere schauen Deckende Falten Über dem Alten Traurig und scheu; Aber uns leuchtet Freundliche Treue; Sehet, das Neue Findet uns neu. So wie im Tanze Bald sich verschwindet, Wieder sich findet Liebendes Paar, So durch des Lebens Wirrende Beugung Fuhre die Neigung Uns in das Jahr. |
| Das neue Jahr - Joachim Ringelnatz (1883-1934) |
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Dass bald das neue Jahr beginnt, spür ich nicht im geringsten, ich merke nur: Die Zeit verrinnt genau so schnell, wie an Pfingsten. |
| Vorsätze |
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Den Vorsätzen, den guten, alten, den bleiben wir stets treu, wir woll'n sie gerne behalten, sie sind ja noch wie neu!! |
| Die Jahre - Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) |
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Die Jahre sind allerliebste Leut: Sie brachten gestern, sie bringen heut, Und so verbringen wir Jüngern eben Das allerliebste Schlaraffen-Leben. Und dann fällts den Jahren auf einmal ein, Nicht mehr, wie sonst, bequem zu sein; Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen; Sie nehmen heute, sie nehmen morgen. |
| Abschied - Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) |
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Zu lieblich ist's, ein Wort zu brechen, Zu schwer die wohlerkannte Pflicht, Und leider kann man nichts versprechen, Was unserm Herzen widerspricht. Du übst die alten Zauberlieder, Du lockst ihn, der kaum ruhig war, Zum Schaukelkahn der süßen Torheit wieder, Erneust, verdoppeltst die Gefahr. Was suchst du mir dich zu verstecken! Sei offen, flieh nicht meinem Blick! Früh oder spät musst' ich's entdecken, Und hier hast du dein Wort zurück. Was ich gesollt, hab' ich vollendet; Durch mich sei dir von nun an nichts verwehrt; Allein, verzeih dem Freund, der sich nun von dir wendet Und still in sich zurücke kehrt. |
| Vier Jahreszeiten - Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) |
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Alle viere, mehr und minder, Necken wie die hübschen Kinder. Frühling Auf, ihr Distichen, frisch. Ihr muntern lebendigen Knaben! Reich ist Garten und Feld! Blumen zum Kranze herbei! Reich ist an Blumen die Flur; doch einige sind nur dem Auge, Andre dem Herzen nur schön; wähle dir, Leser, nun selbst! Rosenknospe, du bist dem blühenden Mädchen gewidmet, Die als die Herrlichste sich, als die Bescheidenste zeigt. Viele der Veilchen zusammengeknüpft, das Sträußchen erscheinet Erst als Blume; du bist, häusliches Mädchen, gemeint. Eine kannt ich, sie war wie die Lilie schlank und ihr Stolz war Unschuld; herrlicher hat Salomo keine gesehn. Schön erhebt sich Aglei und senkt das Köpfchen herunter. Ist es Gefühl? oder ist's Mutwill? Ihr ratet es nicht. Viele duftende Glocken, o Hyazinthe, bewegst du; Aber die Glocken ziehn, wie die Gerüche, nicht an. Nachtviole, dich geht man am blendenden Tage vorüber; Doch bei der Nachtigall Schlag hauchest du köstlichen Geist. Tuberose, du ragest hervor und ergetzest im Freien; Aber bleibe vom Haupt, bleibe vom Herzen mir fern! Fern erblick ich den Mohn; er glüht. Doch komm ich dir näher, Ach, so seh ich zu bald, daß du die Rose nur lügst. Tulpen, ihr werdet gescholten von sentimentalischen Kennern; Aber ein lustiger Sinn wünscht auch ein lustiges Blatt. Nelken, wie find ich euch schön! Doch alle gleicht ihr einander, Unterscheidet euch kaum, und ich entscheide mich nicht. Prangt mit den Farben Aurorens, Ranunkeln, Tulpen und Astern! Hier ist ein dunkles Blatt, das euch an Dufte beschämt. Keine lockt mich, Ranunkeln, von euch, und keine begehr ich; Aber im Beete vermischt, sieht euch das Auge mit Lust. Sagt! was füllet das Zimmer mit Wohlgerüchen? Reseda, Farblos, ohne Gestalt, stilles, bescheidenes Kraut. Zierde wärst du der Gärten; doch wo du erscheinest, da sagst du: Ceres streute mich selbst aus mit der goldenen Saat. Deine liebliche Kleinheit, dein holdes Auge, sie sagen Immer: vergiß mein nicht! immer: Vergiß nur nicht mein! Schwänden dem inneren Auge die Bilder sämtlicher Blumen, Eleonore, dein Bild brächte das Herz sich hervor. Sommer Herbst Winter |
| Ein neues Jahr - Franziskaner Kalender (1937) |
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Tritt froh hinein mit aller Welt in Frieden! Vergiss, wieviel der Plag und Pein das alte Jahr beschieden! |